Neunzig Minuten, die niemand kommen sah
Achtzig Minuten lang war es ein Spiel, über das man am Montag nicht mehr gesprochen hätte. Zwei Mannschaften, die sich gegenseitig neutralisierten, ein Ball, der mehr in der Luft war als am Boden, und ein Schiedsrichter, der früh gemerkt hatte, dass er heute wenig zu tun bekommen würde.
Dann kam die 84. Minute, und mit ihr eine Ecke, die eigentlich niemand mehr ernst nahm. Der Ball segelte an den zweiten Pfosten, wurde zurückgeköpft, sprang einem Verteidiger an den Oberschenkel und lag plötzlich frei vor dem Tor.
Der Moment, in dem es kippte
Was danach passierte, erzählen sie auf dem Platz vermutlich noch in zehn Jahren. Der Ausgleich fiel in der 88. Minute, und statt sich damit zufriedenzugeben, schickte der Trainer der Gäste seinen Torwart mit nach vorne.
Ich habe in dem Moment nicht nachgedacht. Ich bin einfach gelaufen, weil alle anderen auch gelaufen sind.
Der Torwart, nach dem Spiel
Er traf per Kopf. Aus fünf Metern, völlig frei, weil sich niemand für einen Torwart im Strafraum zuständig gefühlt hatte. Die Bank war schon auf dem Feld, bevor der Ball die Linie überquerte.
Was das für die Tabelle heißt
| Verein | Sp. | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| SV Bergheim | 4 | 11:3 | +8 | 10 |
| TuS Waldau | 4 | 9:5 | +4 | 8 |
| FC Talheim | 4 | 7:6 | +1 | 7 |
| SG Nordstadt | 4 | 5:8 | −3 | 4 |
| VfL Rieden | 4 | 2:12 | −10 | 1 |
Am kommenden Sonntag geht es auswärts weiter. Ob dann wieder ein Torwart nach vorne läuft, ist unwahrscheinlich. Aber genau das hätte man vor diesem Nachmittag auch gesagt.